Jägerschaft Halberstadt e.V.
 

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24.01.2018

Aktuelle Informationen zur ASP

Gemeinsamer Foderungskatalog der Jäger und Landwirte zur ASP

Der Landesjagdverband und der Bauernverband Sachsen-Anhalt halten ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die aus Ostereuropa näherkommende Afrikanische Schweinepest für notwendig. Bei Ausbruch der von Wild- auf Hausschweine übertragbaren, für Menschen ungefährlichen, Afrikanischen Schweinepest (ASP) drohen Schweinehaltungen sowie Schlacht- und fleischverarbeitenden Betrieben im Land existenzielle wirtschaftliche Folgen.

Um das Risiko der Übertragbarkeit zu senken ist die Reduzierung der Schwarzwildbestände eine ganz entscheidende Maßnahme, die schon jetzt präventiv zum Einsatz kommen muss. Wir sehen das Land Sachsen-Anhalt in der Verantwortung der Seuchenabwehr und dafür notwendige Maßnahmen sind:

Die sofortige Übernahme der Trichinenuntersuchungsgebühr durch das Land Sachsen- Anhalt analog des Beispiels von Sachsen (oder die Landkreise), um vor allem die Bejagung von Frischlingen zu fördern. Aufgrund ihrer geringen Vitalität gelten Frischlinge als die anfälligste Altersklasse gegenüber Krankheiten. Zudem tragen Frischlingsbachen ab dem Alter von sechs Monaten bereits zum Anwachsen der Population bei.
Die Entschädigung der Landwirte für die Einrichtung von Bejagungsschneisen und Früherntemaßnahmen. Es ist künftig anzustreben, dass ähnlich wie in Bayern und Brandenburg Bejagungsschneisen im Maisanbau von vornherein angelegt werden und unproblematisch mit beantragt sowie ohne weiteren Kontrollaufwand nachgewiesen werden können.
Die Aufhebung von Einschränkungen der Schwarzwildjagd in Schutzgebieten. In diesen Gebieten liegen die Schwarzwildbestände zum Teil weit über dem Landesdurchschnitt und stellen ein erhebliches Gefährdungspotential dar.
Die Erlaubnis des Einsatzes von Nachtzielgeräten und künstlichen Lichtquellen als Präventionsmaßnahme.
Die Befreiung der Jäger vom Standgeld und die Einführung von Hundeführerprämien für Bewegungsjagden in Landes- und Bundesforsten.
Zur Erhöhung der Frischlingsstrecke und als Anerkennung der Jagdbeteiligten sollten auf Flächen des Landes- und des Bundesforstes Frischlinge mit einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm (aufgebrochen) kostenfrei an die Erleger oder Jagdhelfer abgegeben werden.

Beide Verbände verweisen auf die dramatischen Folgen im Seuchenfall. Allein in Sachsen-Anhalt wären 210 Betriebe mit rund 1,18 Mio. Schweinen vom Verlust ihres Tierbestands oder von drastischen Handels- und Verbringungssperren bedroht. Wir sehen zudem die Notwendigkeit, dass eine bessere Sensibilisierung der Verbraucher über die Verbreitungswege der ASP seitens der Landesregierung umzusetzen ist.

Auch die fleischverarbeitenden Betriebe wären von starken Umsatzeinbrüchen betroffen. Deutschlandweit werden ca. 59 Mio. Schweine jährlich in 4.177 Schlachtbetrieben geschlachtet. In der gesamten Schlacht- und Fleischindustrie sind ca. 114.000 Mitarbeiter beschäftigt.

 2018-01-25_Anlage_ASP_Praemien_Erlass.pdf
 FB4.0.46.5_Wildschweinmonitoring_2017_TSK.pdf
 FB4.0.67.1_Merkblatt_zur_Erfassung_von_Geokoordinaten_bei_Wildtieren_25.01.2018.pdf


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